Statt Abstiegsfrust nur Feierlust
Rimpar wird zur Partymeile – Zum Abschluss gibt's einen 26:21-Sieg über Leipzig

SG DJK Rimpar – SG LVB Leipzig 26:21 (12:9)

850 Zuschauer sind eingepfercht in die Rimparer Turnhalle, die nicht zu unrecht auch „Hölle Nord“ genannt wird. Die Hölle ist hier los. Die Leute stehen auf, klatschen rhythmisch und ausdauernd. Ein unschwer als Rimparer Fan zu identifizierender junger Mann stürmt mit einer riesigen grün-weißen Fahne aufs Parkett, mitten in die Spielertraube. Die Handballer der SG DJK Rimpar tauchen unter die Fan-Flagge und tanzen ausgelassen zu den lauten Gesängen der Zuschauer. Das Spiel ist aus – und Rimpar ist nicht etwa Regionalligameister geworden durch den 26:21-Sieg über den LBV Leipzig, sondern zusammen mit dem unterlegenen Team aus dieser Liga abgestiegen. Leipzigs Trainer Jens Große wird zwar in ein paar Minuten schmeicheln: „Beide Teams sind keine Absteiger, sie sind lediglich nicht für die neue Regionalliga qualifiziert.“ Aber runter in die Bayernliga geht's trotzdem.

Den Rimparern ist das völlig egal: Sie feiern eine „tolle Saison, weil wir gezeigt haben, dass wir mithalten können mit den Besten der Liga“, meinte Trainer Heiko Karrer. Schon drei Stunden vor dem finalen Anpfiff wurde vor der Halle das Handballfest begonnen und irgendwann in den frühen Morgenstunden des Sonntags war dann auch für den letzten Fan das Abenteuer Regionalliga Geschichte.

Dazwischen aber lagen 60 Minuten, die von Emotionen lebten: Nicht die spielerischen Momente verzückten, obzwar der Gastgeber dominierte und Tabellenbachbar Leipzig keine Chance ließ. Es war einfach noch einmal das Erleben dieses Zusammengehörigkeits-Gefühles. Die Mannschaft, die als hoffnungslos unterlegen in die Regionalliga gestartet war, sich eine Niederlage nach der anderen eingefangen hatte, um dann zu wachsen – zeigte auch im letzten Spiel noch einmal das, was sie die gesamte Saison auszeichnete: Bedingungslosen Einsatz und Kampf. Und eben Gemeinschaft: Selbst Spieler, die in dieser Runde noch nicht zum Einsatz kamen, durften ran. Sie kämpften ebenso wie es die Start-Sieben vorgemacht hatte. Und deshalb gab's auch keinen, der sich nicht freut auf die neue Saison, die in Rimpar den Titel trägt: „Und wir steigen wieder auf.“
Das Spiel in Zahlen



Rimpar: Brustmann, Fleder – Kraus 3, Wiehl, Schmitt 3, Rösner, Heinrich 9/1, Björgulfsson 5, Evjen, Sauer 6, Skilbred, Fischer, Dorsch, Heinrich.
Leipzig: Röttig, Claus – Grießbach 3, Steinbeck 2, Bödemann 4/1, Kostulski, Kunz 2, Trodler 4, Ziemann 1, Höhne 4/1.
Siebenmeter: DJK 2/1– LVB 3/2. Zeitstrafen: DJK 7/LVB 6. Spielfilm: 1:0, 3:2, 5:3, 7:4, 10:5, 10:8, 12:9 (30.), 14:10, 18:10, 18:13, 20:14, 22:15, 23:16, 23:18, 25:19, 25:20, 26:21 (60.). Zuschauer: 850.

 

Quelle: Mainpost

 
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