Rimpars schöner Abschluss im Finale Handballerinnen mit deutlichem 27:15-Sieg in Marktsteft beim unterfränkischen Pokalendspiel
(Mik) Das war aber ein heimtückischer Überfall. Plötzlich stürmte diese Horde wildgewordener Frauen herbei. Ihr Opfer war ein argloser Mann, der sich zum Zeitpunkt der heimtückischen Handlung keines Angriffs auf seine Person versah und nicht zur eigenen Verteidigung imstande war.
Was nach einer Straftat klingt, erwies sich in Wirklichkeit als harmloser Spaß. Die Spielerinnen der DJK Rimpar hatten im überschäumenden Siegesrausch ihren Trainer Kilian Mark vom Seitenscheitel bis zur Turnschuhsohle mit Sekt besudelt. „Diese Mannschaft ist relativ leicht zu führen“, erzählte Mark anschließend, umweht von einem herben Bukett. „Keine ist überheblich.“
Dabei könnten sich die Rimparerinnen einiges einbilden. Die Landesliga-Spielrunde vollendeten sie als bestes unterfränkisches Team auf dem vierten Platz. Und am Sonntag siegte der einstige Bayernligist in der Pokalkonkurrenz. „Das war ein schöner Abschluss“, sagte Mark. Mit 19:18 sowie 22:13 wurde der TV Marktsteft als Tabellenachter in den Punktspielen geschlagen. „Eine erwachsene Mannschaft“
Im unterfränkischen Pokalfinale setzte Rimpar noch einige Tore drauf: Zwölf Tore machten beim 27:15 den Unterschied. „Mit diesem deutlichen Ausgang hatte ich nicht gerechnet“, stellte Kilian Mark fest. Marktsteft besaß den Vorteil der eigenen Halle und des Publikums. Darin erschöpfte es sich bereits. Die spielerische Substanz war den Gastgeberinnen genauso abhanden gekommen wie die Ausdauer. „Der Kopf war stark, doch der Körper schwach“, sagte Trainer Sergej Ladygin, der die komplette Saison mit einem Stamm von acht Feldspielerinnen hatte absolvieren müssen. In der ersten Halbzeit konnte Marktsteft annähernd mithalten. Danach leisteten sich vor allem Julia Belitzer und Kerstin Schneider zu häufig Fehlwürfe aus dem Rückraum. In der Verteidigung versuchte Ladygin alle Varianten: zunächst 3:2:1, später 5:1, dann 6:0. Optimal funktionierte keine der Formationen. „Rimpar ist eine erwachsene Mannschaft“, sagte Ladygin. „Ich dagegen spiele mit Kindern.“ 22 Jahre alt sind die Marktstefterinnen im Durchschnitt. Rimpar war's egal: Die Mannschaft feierte zumindest so ausgelassen wie bei einen Kindergeburtstag. Halbfinal-Aus für Heidingsfeld
Bei den Männern war für Bezirksoberligist TG Heidingsfeld indes im Halbfinale des Final-Four-Turniers Endstation. Die Heidingsfelder unterlagen in einem munteren Vorschlussrunden-Spiel, das für beide Teams eher Trainingscharakter hatte, dem Bayernligisten TSV Lohr mit 34:38 (13:17). Den Pokal schnappte sich letztlich Bezirksoberliga-Meister TSV Etwashausen, der die nicht in Bestbesetzung angetretenen Lohrer im Endspiel deutlich mit 34:22 (13:16) bezwingen konnte. Bei Etwashausen führte in Vertretung erkrankten Trainer Willi Taborsky bereits Frank Munoz am Spielfeldrand Regie. Der einstige Heidingsfelder wird ab kommender Saison Trainer beim Kitzinger Stadtteil-Klub. Aufs offizielle Siegerbild stellte sich Munoz freilich nicht. „Ich übernehme das Amt offiziell erst am 1. Juli“, sagte er. |