Main-Post: Rimpar gehen die Wölfe aus

Schwer erkämpfter Sieg der Drittliga-Handballer über Cottbus kann den Titelkampf beeinflussen
DJK Rimpar Wölfe – LHC Cottbus 25:22 (13:12)

Es sind gerade fünf Minuten gespielt in der Rimparer Sporthalle, als rund 100 Kilo auf den Parkettboden krachen. Es sieht gar nicht so spektakulär aus, obzwar es ungewöhnlich ist, dass Kraftpaket Daniel Sauer liegen bleibt. „Irgendwas am Knie“ lautet die erste Diagnose. Für den Ex-Bundesligaspieler ist die Partie beendet. Allein muss er an diesem Abend allerdings nicht ins Krankenhaus.

 

25:22 gewinnt Spitzenreiter Rimpar gegen Abstiegskandidat Cottbus: Aber der Gastgeber präsentiert sich in kaum einer Phase des Spieles wie ein souveräner Tabellenführer – und das junge Teams aus der Lausitz beileibe nicht wie ein Absteiger. Es lag sicherlich nicht an der Verletzung von Daniel Sauer (das Wadenbeinköpfchen war herausgesprungen), dass sich die Gastgeber so schwer taten. „Ich habe das während der Woche schon im Training bemerkt. Da war der Wille, Fehler abzustellen, einfach nicht vorhanden,“ sagte DJK-Coach Jens Bürkle.

 

Neun Minuten benötigten die Wölfe, ehe nach vier vorangegangenen Fehlversuchen und zwei Treffern der Lausitzer Juniorennationalspieler Patrick Schmidt per Siebenmeter den ersten Treffer setzte. Als der derzeit in seiner Form schwankende Matjaz Krze das 2:2 markierte und gleich darauf Janko Skrbic das 3:2 erzielte, schien alles seinen Gang zu gehen – wie in den vorangegangenen siegreichen acht Heimspielen.

 

Dann aber gesellte sich Janko Skrbic mit einer schmerzhaften Handverletzung zu den Dauerverletzten Julian Sauer, Jan Winkler, Holger Lührs (der in Bad Neustadt einen Muskelfaserriss erlitten hatte) und eben Daniel Sauer, so dass Trainer Bürkle kaum mehr Alternativen hatte. Die wären aber gerade an diesem Tag nötig gewesen, weil seine Schützlinge mit der offensiven Cottbusser Abwehr wenig anfangen konnten. Immerhin stand die Deckung, wenngleich auch diese einige Male dezimiert wurde – nicht durch Verletzungen, sondern durch die Pfiffe des Schiedsrichter-Duos Schwarz (Stephan) und Weiß (Frank-Joachim). Beide wurden nach der Partie – so war zu hören – nicht zur anschließenden Faschingsparty eingeladen. Selbst Ehrengast Carsten Lichtlein, der gerade von der Weltmeisterschaft nach Würzburg heimgekehrt war, schüttelte ob der Pfiffe der Referees den Kopf.

So zerfahren die Pfiffe, so zerfahren die Partie. Rimpars Recken konnten sich trotz vieler Chancen nicht absetzen – zur Halbzeit stand ein 13:12 auf der Anzeigetafel. Wenig Tore, wenig Glanz, wenig Spielwitz.

 

Das änderte sich nur bedingt in Halbzeit zwei: Die Fans wurden versöhnt, weil ihre Lieblinge nun ein klein wenig konzentrierter zu Werke gingen. Langsam aber stetig setzten sich die Gastgeber auf drei, vier und fünf Tore Differenz ab – zumal sich auch Torwart Max Brustmann in der entscheidenden Phase der Partie steigerte. Zehn Minuten vor Ende – es stand 22:17 – schien der Widerstand der Gäste gebrochen. Doch dann die nächste Schrecksekunde: Kapitän Stefan Schmitt erhielt einen Schlag auf die Lippe und musste zum Nähen gleich ins Krankenhaus. Zudem wurde Matjaz Krze nach drei Zeitstrafen disqualifiziert – und schon witterte Cottbus noch mal Morgenluft. Doch die Nachwuchsspieler Dominik Schömig mit zwei sehenswerten Treffern, David Winheim und Matthias Keidel „schaukelten“ die Partie nach Hause – zum Schunkeln war hernach aber nicht allen zumute.


Die Statistik des Spiels

 

DJK Rimpar Wölfe – LHC Cottbus 25:22 (13:12)

 

Rimpar: Brustmann, Leikauf – Kraus 4, Schmitt, 4, D. Sauer, Schömig 2, Keidel, Skrbic 2, Heinrich, Schäffer 2, Bötsch 1, Winheim, Schmidt 9/6, Krze 1.

 

Cottbus: Kozlowski, Strassburg - Robert 1, Pöhle 1, Michling, Trupp 2, Kröning 1, Henow, Takev 1, Meier 2, Fischer, Seifert 2, Widera 6, Schulze 6, Wieland.

 

Spielfilm: 0:2, 3:2, 3:3, 5:3, 6:5, 8:6, 10:7, 11:9, 12:10, 13:12 (30.), 13:13, 16:13, 17:15, 20:16, 21:17, 23:18, 24:19, 24:21, 25:22 (60.)

Zeitstrafen: 5:4. Siebenmeter: 3/3:2/0. Schiedsrichter: Stephan Schwarz (Boveden) / Frank-Joachim Weiß (Hannover). Zuschauer: 635

 

Quelle: www.mainpost.de

Autor: Hans-Peter Breunig

 

 

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