Aus München vier Punkte mitgebracht
TSV München-Ost – SG DJK Rimpar 30:32 (16:17)
Mit unguten Gefühlen trat eine gemischte A-/B-Jugend die Fahrt ins knapp 300 km entfernte München an. Nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Niklas Grammel (Nasenbein gebrochen) und Matthias Keidel (Bänderriss) wurden in enger Nachbarschaftshilfe Dominik Schömig und Fabian Heinrich an die Wölfe und Torwart Jonas Mohr an die 2. Männermannschaft ausgeliehen.
Als auch noch André Bender und David Mayer absagten, hatte Trainer Stephan Dinkel mit Max Feuerbacher, Nicolas Gräsl, Rico Wilde, Benjamin Sondheimer und Jonas Reichert nur noch fünf etatmäßige A-Jugendspieler zur Verfügung. Zum Glück hatte die B-Jugend an diesem Tag kein Spiel, so dass Lukas Siegler, Janik Renz, Jan Grammel und Moritz Reichhardt einspringen konnten. Niemand in der kleinen Rimparer Delegation war sich über den Ausgang dieser so wichtigen Begegnung sicher und auf der Hinfahrt, die infolge eines Staus länger als geplant dauerte, hörte das Rechnen kaum auf: Wenn wir heute verlieren, dann müssen wir gegen Lohr gewinnen und dürfen auch gegen Dietmannsried nicht verlieren usw. Am Ende kam alles ganz anders – Rimpar gewann in München und Lohr musste beim Tabellenletzten Federn lassen.
Im Vorfeld hatten sich die Münchner kaum Hoffnungen auf einen Erfolg gegen den Spitzenreiter der Bayernliga gemacht. Als aber bekannt wurde, mit welchem Aufgebot die Rimparer angereist waren, erwachte bei den „Ostlern“ der Kampfgeist und so wurde es eine ansehenswerte Partie zweier gleichwertiger Mannschaften, in der Rimpar das bessere Ende für sich hatte, ein mögliches Unentschieden aber auch gerecht gewesen wäre. Mit einem Doppelschlag von Rico Wilde begannen die Rimparer wie gewohnt und führten nach drei Minuten mit 2:0. Aber die neuformierte Abwehr offenbarte gerade in der Anfangsphase ein paar Abstimmungsprobleme, so dass München ausgleichen und dann sogar in Führung gehen konnte (5:4). Auch im weiteren Verlauf legten die Landeshauptstädter immer ein Tor vor, doch Niclas Gräsl, Jonas Reichert und Rico Wilde konnten immer wieder den Gleichstand herstellen. Dann meldete sich auch Lukas Siegler mit einem Hüftwurf erster Güte zu Wort, er im Münchner Gehäuse wie ein Blitz einschlug. Es war aber nicht sein einziger, denn er ließ im Verlaufe des Spieles noch zwei weitere solcher „Knaller“ folgen, die auch bei dem objektiven Münchner Publikum Bewunderung hervorriefen. Nach dem 8:9 sah sich Stephan Dinkel gezwungen, etwas in seiner Abwehr zu verändern. Ab sofort stellte er Jan Grammel dem auffälligsten Münchner Goalgetter vor die Füße und damit waren die „Ostler“ erst einmal ihrer schärfsten Angriffswaffe beraubt. Innerhalb von vier Minuten stellten die Rimparer wieder die Weichen auf Sieg und lagen nach 18 Minuten mit 12:9 vorn, ehe der große Auftritt von Janik Renz kam. Dreimal wuchtete er von Linksaußen den Ball am guten Münchner Torhüter vorbei ins Netz und als Rico Wilde seinen zweiten Siebenmeter verwandelte, führte Rimpar nach 22 Minuten mit 15:10. Den Grundstein für diese Führung legte aber Torhüter Max Feuerbacher, der mit seinen tollen Paraden manche Münchner Chance zunichte machte. Leider war das aber noch nicht der Gewinner, denn München hatte eine Schwachstelle in der Rimparer Abwehr auf Rechtsaußen entdeckt und schlug erbarmungslos zu. Ganz schnell war der Rimparer Vorsprung dahingeschmolzen und eine Minute vor der Pause stand es beim 16:16 wieder unentschieden. Ein erneuter verwandelter Siebenmeter von Rico Wilde brachte die 17:16-Führung, die Max Feuerbacher festhielt, als er einen Münchner Siebenmeter schon nach dem Halbzeitsignal parieren konnte.
Die zweite Halbzeit begann wie die erste. Rimpar legte durch Lukas Siegler und Nicolas Gräsl zwei Tore vor, doch München lies nicht locker und kam ebenfalls zu zwei Toren. Dann waren es Janik Renz und Lukas Siegler, die wieder zur 21:18-Führung trafen. Es folgte jetzt über fünf Minuten lang eine Rimparer Torflaute, da viele Würfe nicht ihr Ziel fanden. So konnten die „Ostler“ in der 43. Minute wieder zum 22:22 ausgleichen und die Partie begann praktisch von vorn. Der Neubeginn war Nicolas Gräsl vorbehalten, der mit seinem Treffer zur 23:22-Führung das 400. Rimparer Tor in der Bayernligasaison 2012/13 erzielte. Jeweils zwei Treffer von Janik Renz und Lukas Siegler sowie ein weiterer verwandelter Siebenmeter durch Rico Wilde brachte den Rimparern in der 53. Minute die verdiente 28:25-Führung, die die Rimparer bis zum Schlusspfiff nicht wieder aus der Hand gaben. Mit 32:30 wurde die schwere Auswärtshürde in München genommen, ein Kompliment aber auch an die „Ostler“, die bravourös gekämpft haben.
Die riesengroße Freude über den Sieg wurde noch versüßt, als bekannt wurde, dass der hartnäckigste Rimparer Verfolger, der TSV Lohr, beim Tabellenletzten in Auerbach/Pegnitz mit 27:30 verlor. Damit ist Rimpar seinem großen Ziel, der Bayerischen Meisterschaft, schon ein ganzes Stück näher gekommen. Rimpar führt weiterhin die Tabelle mit 23:1- Punkten vor Lohr (19:5) und Coburg (16:8) an. Noch ist aber die Saison nicht vorüber und es bedarf noch großer Anstrengungen, um auch am Ende ganz oben auf dem Treppchen zu stehen.
Für Rimpar spielten: Max Feuerbacher; Rico Wilde 9/3, Lukas Siegler 7, Janik Renz 7, Nicolas Gräsl 6, Jonas Reichert 2, Benjamin Sondheimer 1, Jan Grammel, Moritz Reichhardt
